
Natürlich nicht! Vergleicht man aber das heutige Bild mit unserem ersten Eintrag im Aroniatagebuch am 9. Mai, könnte man das meinen: nachdem zuerst die Blütenblätter und nun die Staubbeutel verschwunden sind, sieht die Aroniablüte wieder ein wenig ähnlich wie auf dem ersten Foto aus. Und die Bilder habe ich nicht verwechselt.

Der Glanz der Aroniablüte ist beinahe schon vergessen. Ähnlich wie beim Apfel kann ich langsam aber stetig den Fruchtknoten wachsen sehen. Was mir auffällt: Während der Blütezeit waren meine Augen nur auf die weiße Pracht der Blüten gerichtet. Jetzt, wo das alles der Vergangenheit angehört, sieht man erst die Schönheit des Aroniablattes: tiefgrün und feinädrig strukturiert glänzt es im Morgentau. Wie im richtigen Leben sieht man das Beständige oft erst auf den den zweiten Blick.

Kaum zu glauben, wie unterschiedlich sich selbst an einem Strauch die Blüten entwickeln: während unser „Beobachtungsobjekt“ jetzt verblüht ist, ist an einem anderen Ast, kaum zehn Zentimeter entfernt, die Blüte noch in vollem Gange (siehe oben links).
Von erfahrenen Hobbygärtnern hatten wir schon öfter gehört, daß die Aronia Ungeziefer fernhält und deswegen auch nicht gespritzt werden muß. Ausführlichere Informationen haben wir jetzt auf der Internetseite der Baumschule Eggert gefunden. Dort heißt es dazu:
Die sekundären Pflanzenstoffe verhelfen der Pflanze außerdem auf besondere Weise, gesund zu bleiben. Anders als Menschen und Tiere können Pflanzen praktisch keine Stoffe ausscheiden, sie haben weder Urin noch Kot.
Statt dessen lagern sie die Stoffwechselendprodukte in Form der sekundären Pflanzenstoffe in den Früchten oder auch in anderen Pflanzenteilen ab. Manche dieser Stoffe riechen oder schmecken für Ungeziefer so unangenehm, daß die Pflanze von Läusen und anderen Parasiten verschont bleibt, wie beispielsweise der Lavendel oder eben die Aronia, welche aus diesem Grund überhaupt nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden muß.

Die Aroniablüte lässt sich Zeit: nur, wer ganz genau hinschaut, kann die kleinen Veränderungen gegenüber dem Foto von vor zwei Tagen an unserem kleinen Aroniastrauch erkennen. Manches ist nun bräunlich, was vor 48 Stunden noch weiß war, manches ist weiß, was noch rosa war.
Und auch der Platzregen von heute morgen hat der Blüte nicht geschadet.
Im Gegensaft zum Apfel ist die Aronia “selbstfruchtbar” und nicht auf Bienen oder andere Insekten angewiesen. Da haben wir ja schon mal eine Sorge weniger.
Unserem Aroniastrauch hingegen scheint das etwas kühle Wochenendwetter recht gut getan zu haben.
Nachtrag: Nach dem Vergleich der Bilder fiel mir gerade auf, daß ich am Freitag die falsche Aroniablüte vor der Linse hatte.
Nicht so gelungen wie das erste Aroniablütenbild. Zuerst wollte ich gar keins machen, weil ich dachte, da hat sich gar nichts getan. Aber wenn man die beiden Bilder jetzt vergleicht, kann man deutlich den Fortschritt sehen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein erholsames Wochenende – in welches ich mich jetzt auch begebe.
