Irgendwie kam mir die Stimme gleich bekannt vor und irgenwie auch das Gesicht. Als gestern ein Herr im besten Alter schwungvoll und voller guter Laune am Aroniawagen am Elberadweg anhielt, war er zunächst einer von vielen Radfahrern, die bei strahlendem Spätsommerwetter die Idylle des Elbtals zwischen Radebeul und Meißen zu einem Ausflug nutzten. Er wußte schon ein wenig über die Aroniabeere und so war es nicht verwunderlich, daß er andere Radfahrer gleich animierte, doch mal ein paar Beeren von den Aronia-Sträuchern zu naschen.
Irgenwie hatte ich das Gefühl, eine in der Öffentlichkeit bekannte Persönlichkeit vor mir zu haben. Und selbst als der Herr dann noch seine Adresse für unsere Datenbank hinterließ, schaltete ich immer noch nicht. Erst Minuten später, sagte Ingmar spontan: Das war doch der Friedrich-Wilhelm Junge, der Schauspieler! Und da machte es auch bei mir klick: Junge hatte ich zuletzt auf dem Dresdner Theaterkahn in Erich Kästners “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!” gesehen. Aber auf der Bühne wirkt eben so ein Charakterdarsteller, wie es Friedrich-Wilhelm-Junge einer ist, doch ganz anders als auf einem Diamant-Fahrrad am Elberadweg!
Auf der Internetseite des Dresdner Theaterkahns steht über den Schauspieler folgende Kurzbiographie.
Nach dem Schauspielstudium erhielt er Engagements u.a. von 1966 bis 1985 am Staatsschauspiel Dresden, danach bis 1988 an der Volksbühne Berlin, später Gastspielverpflichtungen am Bayerischen Staatsschauspiel München, an der Sächsischen Staatsoper Dresden und Teatro alla Scala Mailand.
1988 gründete Friedrich-Wilhelm Junge das Dresdner Brettl, seit 1994 auf dem Theaterkahn, und war bis Anfang 2005 der künstlerische Leiter.
Fünfzehn Jahre spielte er auf dem Brettl den Bassisten in Patrik Süskinds „Kontrabaß“ und in viele anderen Aufführungen. Er war in der Brett’l-Produktion “Doktor Faustus” von Chr. Marlowe als Mephostopilis zu sehen und spielte in „Pontius Pilatus“, den Szenen nach Motiven des Roamns „Der Meister und Margarita“ von M. Bulgakow, die Titelrolle.
Derzeit ist er in den Programmen und Stücken zu sehen: im Erich-Kästner-Programm „Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es“, im Kurt-Tucholsky-Programm „Mancher lernts nie“, im Friedrich-Kändler-Programm „Waste Brauchst, das ist Liebe“, „Auf den Flügeln bunter Träume“, „Caprifischer“ und in „Die Fruchtfliege“ von Gunter Antrak
Weitere Produktionen: “Greife wacker nach der Sünde” (2005), “Heinrich Heine: Das Glück ist eine leichte Dirne” (2006)”
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der Link zum Theaterkahn funtioniert nicht!
Kommentar: ein Freund – 14. September 2008 @ 10:34