Gut, dass diese “Aronia-Ente” richtig gestellt wurde – denn die Verunsicherung bei Aronia-Fans war durchaus groß. Es hätte auch durchaus verwundert, wenn an der Meldung etwas dran gewesen wäre, denn seit Jahren wird an der Aroniabeere geforscht – und darauf wäre man sicher schon früher gekommen. Was war nun eigentlich passiert?
Richtig ist, dass in der Aroniabeere, genauer gesagt in den Kernen ein geringer Anteil an Blausäure enthalten ist. Das ist nicht ungewöhnlich, denn die Säure ist, gebundenen an Zuckermoleküle, in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Der AID scheint von den Kernen auf die ganze Frucht geschlossen zu haben und den Gehalt an Blausäure nicht in Relation gesetzt zu haben. Und so wurde – bourlevardesk verkürzt – die Aussage “Aronia ist giftig!” geboren. Das Max Rubner Institut schreibt zum Blausäuregehalt:
Nach Literaturangaben enthalten 100 g frische, rohe Aroniabeeren 11-20 mg des cyanogenen Gycosides Amygdalin d.h. etwa 0,6-1,2 mg gebundene Blausäure [2,3]. Dabei ist zu vermuten, dass der größte Anteil in den kleinen Kernen vorliegt, die beim Kauen sicher nicht vollständig zerkleinert werden. Eine einzelne Literaturstelle gibt einen Gehalt an freier Blausäure von 1,57 mg pro 100 g Beeren an. [...] Zum Vergleich: Der Blausäuregehalt von süßen Aprikosenkernen, die als Snack angeboten werden, liegt im Mittel bei 2,4 mg pro 100 g.
Also – unsere Aufforderung an alle Aroniapflanzen-Besitzer: Geniesst Eure Aroniabeeren, nascht sie (in Maßen!) pur vom Strauch, kocht Marmelade daraus oder presst Saft, so wie die Jahre zuvor auch. Aber bitte wartet noch mindestens 1 Woche bis zur Ernte (Achtung: Vogelnetze nicht vergessen, ansonsten keine Ernte!). Wie die Aroniabeere von innen aussehen muss, damit sie vollkommen durchgereift ist, kann in diesem Beitrag nachgelesen werden: Wann sind Aroniabeeren reif?
Zugegeben ich habe es mir etwas leicht gemacht und nur eine Sorte Früchte in den Rumtopf gegeben. Bei der Sorte Aronia melanocarpa Nero handelt es sich jedoch um die ertragsmäßig und geschmacklig beste Sorte, welche ebenso einen sehr hohen Antioxidantien-Gehalt hat. Ja, ja ich weiß, einen richtigen Rumtopf beginnt man im Juni mit den ersten Erdbeeren. Dazu haben ich ein schönes altes Rezept gefunden. Herrlich ist, was man damals alles hineinwerfen durfte (Salizylsäure) und heute in Lebensmitteln verboten ist.
Die Aroniabeeren haben wir heute frisch von der Aronia-Ernte (späte Nachlese) erhalten. Da wir den Bauern
Als am vergangenen Wochenende die Selbstpflücke der Aroniabeeren in Coswig-Brockwitz stattfand, haben etliche Autofahrer nicht gleich zur Aroniaplantage gefunden. Ein Grund dafür war auch, daß die Borngasse in Brockwitz, die direkt zum Aronia-Informationswagen am Elberadweg führt, leider zur Zeit durch kein blaues Straßennamensschild eindeutig zu erkennen ist. Dafür haben wir jetzt eines am Aronia-Wagen mit der Aufschrift “An der Aroniaplantage 1″. Vielleicht können wir ja die Stadt Coswig davon überzeugen, daß dieser “Straßenname” offiziell werden kann.
Abgeernter Aroniastrauch:Vereinzelt sind noch Beeren an den sonst leeren Dolden. - Klick für großes Bild -
Warum das so ist, läßt sich einfach erklären: die Rüttelmanschinen vom Typ KPS3 ernten auch nach mehrmaligen Abfahren der Plantage nur bis zu 80% der Aroniabeeren ab. Der Rest bleibt für die Vögel und die Selbstpflücker. In einem Jahr mit einer guten Ernte, wie es 2008 ist, bleiben entsprechend viele Beeren an den Sträuchern hängen. Das war in dem mageren Erntejahr 2007 ganz anders. Damals mußten die Selbstpflücker gut und gerne die doppelte bis dreifache Zeit im Vergleich zu diesem Jahr aufwenden, um ihre Obstkörbe und Eimer zu füllen.
Von der Aronia-Selbstpflücke am vergangenen Wochenende hatten viele aus der Zeitung erfahren oder MDR1 Radio Sachsen gehört. Aber liest man immer Zeitung, hört man immer Radio? “Wäre ja schade, wenn ich die nächste Veranstaltung von euch verpassen würde, nur weil ich den Hinweis in der Zeitung übersehen habe”, sagte eine Mann beim Wiegen seiner Aroniabeeren zu mir. Recht hat er, und deswegen haben wir auch viele Freunde der Aroniabeere gleich am Wochenende darum gebeten, ihre Adresse zu hinterlassen, damit wir Sie schriftlich zu den nächsten Aktionen des Aronia-Vereins einladen können. (weiterlesen…)
Unvorstellbar, wie gierig die Gemeine Wespe sich auf die Aroniabeere stürzt. Hielten sich vor Tagen bei Oechle-Werten von 90° bis 100° die Wespen noch von der Aronia fern, so sind sie heute regelrecht verrückt darauf. Jetzt scheint die Süße der Aroniabeere (aktueller Oechslewert 115°) den Geruch der intensiven Gerbstoffe zu übertreffen. Die Gerbstoffe halten bei weniger Süße die Wespen normalerweise vom Verzehr der Aroniabeeren ab. (weiterlesen…)
Aroniabeeren haben wir hier ja schon in allen Varianten gezeigt: kleine, große, reife, unreife, vertrocknete und viele Varianten mehr. Das Innere der “Sächsischen Gesundheitsbeere” dagegen noch nie. Also Messer raus, und einmal die Aronia quer durchgeschnitten. Das Ergebnis ist das Bild oben. Sehr schön kann man die recht dicke Schale sehen, in der die meisten der wertvollen Inhaltsstoffe der Beere stecken. Auch das Fruchtfleisch und die Kerne sind ganz gut zu erkennen. Wer auf das Bild klickt, bekommt das Foto in einer größeren und schärferen Auflösung. (weiterlesen…)
Die KPS 3 der polnischen Firma Ursus ist solide, sehr solide sogar. Doch die ursprünglich für die Ernte von Johannisbeeren konzipierte Pflückmaschine stößt manchmal bei der Aroniaernte an ihre Grenzen: Das Holz der Aroniabeeren-Sträucher ist wesentlich widerstandsfähiger als das der Johannisbeere. Und so kommt es oft vor, daß gerade mal eine Reihe Aroniapflanzen von der imposanten Maschine hin- und zurück abgeerntet werden kann und dann eine kurze Wartungspause eingelegt werden muß. Nicht nur, daß die Mechanik von Blattwerk und Gehölz der Aroniapflanze befreit werden muß, (weiterlesen…)