Irgendwie kam mir die Stimme gleich bekannt vor und irgenwie auch das Gesicht. Als gestern ein Herr im besten Alter schwungvoll und voller guter Laune am Aroniawagen am Elberadweg anhielt, war er zunächst einer von vielen Radfahrern, die bei strahlendem Spätsommerwetter die Idylle des Elbtals zwischen Radebeul und Meißen zu einem Ausflug nutzten. Er wußte schon ein wenig über die Aroniabeere und so war es nicht verwunderlich, daß er andere Radfahrer gleich animierte, doch mal ein paar Beeren von den Aronia-Sträuchern zu naschen.
Irgenwie hatte ich das Gefühl, eine in der Öffentlichkeit bekannte Persönlichkeit vor mir zu haben. Und selbst als der Herr dann noch seine Adresse für unsere Datenbank hinterließ, schaltete ich immer noch nicht. Erst Minuten später, sagte Ingmar spontan: Das war doch der Friedrich-Wilhelm Junge, der Schauspieler! Und da machte es auch bei mir klick: Junge hatte ich zuletzt auf dem Dresdner Theaterkahn in Erich Kästners “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!” gesehen. Aber auf der Bühne wirkt eben so ein Charakterdarsteller, wie es Friedrich-Wilhelm-Junge einer ist, doch ganz anders als auf einem Diamant-Fahrrad am Elberadweg!