Herkunft der Aronia

Die Heimat der Aroniabeere ist der östliche Teil des nordamerikanischen Kontinents, wo diese Pflanzenart in ausgedehnten Gebieten unterschiedlicher öko-geographischer Regionen gedeiht. Heute sind 15 Arten dieser Gattung bekannt.

Die Pflanze ist in Bezug auf Bodenbeschaffung wenig anspruchsvoll. Sie wächst auf trockenen, steinigen Berghängen, in Wäldern, an Steilufern von Flüssen, in Sümpfen und sogar in Dünengebieten.

Ende des 17. und Anfang des 18. Jh. wurde die Aronia in den Vereinigten Staaten und in Kanada kultiviert. Es entstanden hochproduktive Sorten. 1834 wurde die Aronia-Kultur in Rußland zuerst im botanischen Garten, und später im Altai-Gebiet Sibiriens und im europäischen Tel des Landes verbreitet. In diesen Regionen wird sie auf riesigen Flächen von der Ostsee bis zum Stillen Ozean angebaut.

Die obstbauliche Nutzung der Apfelbeere begann in der ehemaligen UdSSR. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts kreuzte der russische Züchter Michurin die Apfelbeere mit den Gattungen Sorbus (hier: Eberesche) und Mespilus (Mispel). 1935 legte sein Nachfolger Lisavenko eine Versuchsanlage mit Aronia in Gorno-Altaisk im Altai an.

Weil dabei gute Erfahrungen mit dieser Wildobstart gemacht wurden, wurde die Apfelbeere 1946 erstmals in der ehemaligen UdSSR als Obstart anerkannt und für den Anbau im Altai-Kreis empfohlen. In den folgenden Jahren wurde sie schnell im größeren Umfang angebaut. So wurden allein 1948 in der Gegend des heutigen St. Petersburg (damals Leningrad) 20.000 Stück in verschiedenen Versuchsanlagen angepflanzt. 1971 wurde die Apfelbeere in Rußland außerhalb der Schwarzerdeböden schon auf einer Gesamtfläche von 5400 ha angebaut. Um diese Zeit wurde sie auch in Moldawien, Weißrußland und in der Ukraine kultiviert. 1975 folgte die Aufnahme in die Sortenliste der UdSSR. In Russland gilt sie auch heute noch als herausragendes Volksheilmittel, das besonders den Zellschutz verbessert und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.

Schon in den frühen 80er Jahren begannen verschiedene Betriebe in Bulgarien, in der damals noch bestehende Tschechoslowakei und in den skandinavischen Länder, mit der versuchsweisen Kultivierung dieser Wildobstart.

In der ehemaligen DDR begann der Anbau 1976. In der LPG "Berglandobst" bei Bautzen wurde die erste Plantage errichtet. Diese Aronia-Plantage gehört heute zum Betrieb "Obsthof Stolle".

Im sächsischen Coswig befindet sich die größte sächsische Aroniaplantage. Sie wird durch den Obstbaubetrieb Görnitz & Sohn betrieben. Auf mehreren Flächen wird hier auf 40 Hektar seit den 90iger Jahren die Aronia angebaut.

In Brandenburg entsteht derzeit Westeuropas größte Bio-Aroniaplantage. Auf 50 Hektar werden hier rund 130000 Aroniapflanzen stehen. Die Plantage ist ein Gemeinschaftsprojekt von Landwirt Heinz Peter Frehn der BioHof Schöneiche GbR.